Maria Montessori – ein Leben für die Kinder

Maria Montessori wurde 1870 in Chiaravalle bei Ancona geboren und promovierte als erste Frau Italiens in Medizin. In ihrer anschließenden Arbeit an der psychiatrischen Klinik in Rom mit behinderten Kindern begann sie konkretes Lernmaterial zu entwickeln. Die dabei erzielten Erfolge weckten in ihr den Gedanken, dass diese Materialien bei normal begabten Kindern genauso gut funktionieren müssten. Um das auszuprobieren, nahm sie 1907 das Angebot an, in einer Arbeitersiedlung eine Kinderbetreuungseinrichtung zu eröffnen. Durch die Beobachtung der Kinder in diesem Kinderhaus, dem „Casa dei bambini“ wurde ihr immer deutlicher, dass die Lernschritte der Kinder einem inneren Bedürfnis folgen, das, wenn es ungestört blieb und klug ausgewählte Anregungen bekam, zu beeindruckenden Ergebnissen führt. Ihr Kinderhaus wurde rasch berühmt und Maria Montessori wurde zu zahlreichen Vortragsreisen eingeladen. Viele Kindergärten und Schulen in ganz Europa begannen ihr pädagogisches Konzept nach den Richtlinien der Montessori-Pädagogik umzustellen.

Da ihren Grundgedanken jedoch ein freies, selbstverantwortetes und mündiges Menschenbild zugrunde liegt, wurde ihre Pädagogik in faschistisch geprägten Ländern verboten – in Deutschland schon ab 1933. 1939 übersiedelte Maria Montessori nach Indien, wo sie ihre Arbeit weiterentwickeln konnte. Kriegsbedingt kehrte sie erst 1949 endgültig nach Europa zurück und hielt Vorträge und Montessori- Ausbildungskurse.

In engem Zusammenhang mit dem schon früh formulierten Gedanken der Verantwortung jedes Einzelnen, an der Schöpfung, am Kosmos und für den Mitmenschen, stand Maria Montessoris Friedensarbeit. So wurde sie 1949, 1950 und 1951 für den Friedensnobelpreis nominiert. Bei ihren zahlreichen Vorträgen appellierte sie fortlaufend an die Zuhörer:
„Educate per la pace!“ – „Erzieht zum Frieden!“

Maria Montessori glaubte daran, dass es eine neue, eine friedlichere Welt geben wird, wenn wir es schaffen, die Entwicklungsbedürfnisse der Kinder schon in der frühen Kindheit angemessen zu erfüllen.

Maria Montessori starb 1952 in Noordwijk in Holland.

Auf ihrem Grabstein steht in italienischer sprache: ,,Ich bitte die lieben Kinder, die alles können, mit mir zusammen für den Aufbau des Friedens zwischen den Menschen in der Welt zu arbeiten.“

Und so erkennen wir die Friedenserziehung auch heute an unserer Schule, welche den Namen dieser bemerkenswerten Frau trägt, als Grundprinzip an, das wir im Umgang mit den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen an jedem Tag, ja zu jeder Stunde verwirklichen möchten.